| In Hamburg lässt sich die Tide
und die Wasserkraft im allgemeinen leider nicht effizient nutzen,
da die Elbe eine viel zu niedrige Fließgeschwindigkeit aufweist
und auch kaum ein Tidenhub statt findet. Der zurückgelegte
Höhenunterschied durch das Wasser ist ebenfalls sehr gering
und somit nicht nutzbar.
Länder mit hohem Anteil an Wasserkraft bei der Stromerzeugung
sind diejenigen mit Gebirgsregionen, wo Wasser mit hoher Strömungsgeschwindigkeit,
großen Höhendifferenzen und guten Speichermöglichkeiten
in engen Tälern zur Verfügung steht. In Europa sind dies
Norwegen, das über 90% seiner elektrischen Energie aus Wasserkraft
gewinnt, Österreich (72%) und die Schweiz (70 %). In Deutschland
belief sich der Anteil der Stromproduktion durch Wasserkraft im
Jahr 2004 auf nur ca. 3,5 %. Die Kosten für die Produktion
einer Kilowattstunde lagen in Großanlagen zwischen 3 und 10
Cent. Damit ist die Wasserkraft eine der kostengünstigsten
Möglichkeiten zur Produktion von Strom.
Bei der Nutzung der Wasserkraft wird zwischen Laufwasserkraftwerken,
die in Flüssen angelegt und Speicherwasserkraftwerken, die
mittels Staudämmen große Wassermengen aufspeichern, unterschieden.
Laufwasserkraftwerke werden an Strömen errichtet, wo die große
Wassermenge die vergleichsweise geringe Fallhöhe ausgleicht.
Speicherkraftwerke werden z.B. an Talsperren errichtet, wo sich
aufgrund der großen Höhenunterschiede ein hoher Druck
aufbaut und je Liter Wasser wesentlich mehr Energie gewonnen werden
kann. In großen Speicherkraftwerken werden heutzutage Gesamtwirkungsgrade
von bis zu 95 % erreicht. Leider hat Deutschland und auch Hamburg
kaum die oben genannten geographischen Beschaffenheiten aufzuweisen.
Gezeitenkraftwerke finden sich in steilen Küstengebieten mit
hohem Tidenhub z.B. in Frankreich oder England. Strömungsturbinen,
die durch Flutbewegungen oder eine Meeresströmung angetrieben
werden, sind derzeit ebenso wie Wellenkraftwerke, die die Hubbewegung
der Wellen in Strom umsetzen, in der Erprobung. Derartige Kraftwerke
könnten erst mittelfristig ein Baustein für eine nachhaltige
Energieversorgung spielen.
In Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland ist in weiten Bereichen
die großtechnische Nutzung der Wasserkraft ausgereizt. Nur
für Kleinwasserkraftwerke besteht in Deutschland noch ein Ausbaupotential,
welches auf 500 bis 800 MW für die nächsten Jahre geschätzt
wird. Wo ein weiterer Ausbau von Großanlagen technisch möglich
wäre, würde er große Eingriffe in Natur und Landschaft
bedeuten und/oder eine unvertretbare Konkurrenz mit anderen Nutzungen
der betroffenen Gewässer oder des zu überschwemmenden
Landes bedeuten.
Hier eine Grafik, die den Tidenhub weltweit darstellt. Wie oben
erwähnt, findet dieser in Deutschland kaum statt, In England
und Frankreich jedoch vergleichsweise stark. Auch im Rest der Welt
kommen so einige Küstenregionen für die Nutzung der Tide
zur Energiegewinnung in Frage.
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